kerstinwarkentin stern (2)

 Klopfakupressur kann eine Tür öffnen, hindurch gehen musst du SELBER!

Ausbildung, Training, Coaching, Workshops, Supervision in Klopfakupressur und energetischen Methoden in Düsseldorf, 0211-432942 Kerstinwarkentin(at)web.de
 

Meine Termine für Klopfakupressur Ausbildung, Coaching und Telefonsessions

Meine Angebote zu Workshop Themen mit Klopfakupressur

kerstin fotos small 065

ERFAHRUNGBERICHT: Klopfakupressur und Emetophobie

copyright Doro Dick

;März 2006

Ich leide, seit ich denken kann, an der sogenannten Emetophobie, das ist die Angst, entweder selbst zu erbrechen oder andere dabei zu sehen oder zu hören. Diese Phobie löst wie alle anderen Phobien auch Panikattacken aus, ist von daher aber etwas problematischer, weil die Panikauslöser oft vom eigenen Körper kommen (?belkeit, Magenschmerzen etc. -> erste Anzeichen, dass es zum Erbrechen kommen könnte -> Panikauslöser) und ?belkeit ja auch ganz oft ein Paniksymptom ist, was den Kreislauf nur noch mehr verstärkt.
Bis vor knapp einem Monat hab ich mit Klopfakupressur an dieser Phobie noch nie gearbeitet, mir fehlte so ein bi?chen der Ansatz, vielleicht war vorher einfach der Zeitpunkt nicht richtig. Es hat sich im Rahmen unseres Klopfakupressur -Seminars im März plötzlich ergeben, dass das Thema im Raum stand und wir spontan den Ansatz aufgegriffen und geklopft haben. Für mich war das zu Anfang sehr merkwürdig, weil ich nicht das Gefühl hatte, für MICH zu klopfen, sondern für irgendjemand anderes. Obwohl es MEIN Thema war, war mir nicht wirklich bewu?t, dass es dabei um mich ging.
Die Frage , die ich gestellt bekam :
Kannst du dich erinnern, wann du zum ersten mal erbrochen hast? Nein
Könntest du dir vorstellen, wann das gewesen sein könnte? Ja
Ausgangspunkt war dabei eine Geschichte, die ich nur aus Erzählungen meiner Eltern kenne, die aber wohl mit meiner Angst in direktem Zusammenhang steht. Nur war mir das bis dahin nicht wirklich bewußt.
Hauptperson der Geschichte war natürlich ich, aber zu klein, um daran bewußte Erinnerungen zu haben.
Ich war knapp 18 Monate alt, als mich wohl ein Magen-Darm-Virus erwischte, der nahtlos in das sogenannte „acetonämische Erbrechen“ überging.
Die Symptome bei dieser Krankheit sind einfach nur die, dass das Erbrechen verstärkt auftritt, ich wohl irgendwann alle 10 Minuten erbrochen habe und langsam auszutrocknen begann, weil ich keine Flüssigkeit bei mir behalten habe. Meine Eltern brachten mich ins Krankenhaus, wo ich umgehend Infusionen bekam und stationär behandelt werden musste.
Damals war es leider aber noch nicht so, dass es auf der Kinderstation gestattet war, dass die Eltern bei ihren Kindern bleiben durften. Man hielt es für sinnvoller, die Kinder ohne jeglichen Kontakt zu den Eltern auf der Station zu lassen, aus welchen Gründen auch immer.
Meine Eltern überlie?en mich also den Ärzten, ich wurde weg gebracht und sollte meine Eltern erst acht Tage später wieder sehen.
In der Zeit hab ich nur getobt und geheult, eine Krankenschwester war mit meinen Eltern befreundet und erzählte ihnen davon, meine Eltern durften nur bis zur Eingangstür der Station, das Betreten war ihnen untersagt.
Eine Sache, die heute unvorstellbar wäre.
Was da genau in der Zeit mit mir passierte, weiß wohl keiner so genau.
Als ich entlassen wurde, war ich heiser vom Schreien und hab in den ersten Wochen meine Mutter mit keinem Blick gewürdigt. Auß
erdem konnte ich abends nicht einschlafen, wenn nicht jemand neben meinem Bett sa? und meine Hand hielt. Das ging eine ganze Zeit so, mindestens ein halbes Jahr. Ich hatte da wohl einen ganz schönen „Knacks“ weg.

Aber wie gesagt, das waren alles „nur“ Fakten, die ich erzählt bekommen hatte, ich hatte keinerlei Gefühle dazu. Ich musste die Geschichte nochmals erzählen und lediglich vermuten,
was ein Kind fühlen könnte, das in der beschriebenen Situation ist. Klar, da konnte ich mir die ganze Bandbreite an Gefühlen vorstellen, und die haben wir dann auch gleich alle geklopft!
Drei Runden für jedes Gefühl, da ich ja nicht sagen konnte, ob sich was veränderte. Es waren ja nicht meine Gefühle - dachte ich.
Aber mir fielen plötzlich eine ganze Menge Dinge ein, die ein Kind so fühlen könnte, welche Gedanken es haben könnte, welche Ängste und welche Wut es haben könnte, weil es alleine gelassen wurde, weil die Eltern plötzlich weg waren und auch nicht wieder kamen.
Wir klopften die Gefühle, die ich zu meinen Eltern in dieser Situation hatte. Die Gefühle, die ich als kleines Kind hatte. Wenn ich mir nicht meiner Gefühle bewusst war, habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, als kleines Kind diese Gefühle zu haben, und das ging einfach.
All das haben wir geklopft, aber ich stand bei der ganzen Sache immer noch außen vor. Ich ging die ganze Situation rein mit dem Verstand an, es war kein Gefühl da. Heute weiß ich, dass dem nicht so war, ich habe nur kein Gefühl zugelassen in dem Moment.
Aber allein die Vorstellung, dass so ein kleines Kind diese Gefühle haben könnte, hat mich ganz in dieses Gefühl gebracht.
Als wir alle möglichen Aspekte und Gedanken zu der Situation geklopft hatten und ich die Geschichte neutral erzählen konnte.
Das war so ein ziemlich einschneidendes Erlebnis, dass ich diese Geschichte, von der ich dachte, sie berührt mich in keinster Weise, jetzt erzählen konnte. (und es war schon ein ziemlicher Unterschied, wie ich die Geschichte jetzt erzählen konnte, obwohl ich mir am Anfang eingebildet hatte, keine Gefühle dazu zu haben).
Wir kombinierten das Ganze mit dem Muskeltest aus der angewandten Kinesiologie, der zeigen kann, ob es noch Aspekte, Gefühle oder sogar PU’s zum dem Thema gab.
Auf die Frage, ob alle Aspekte weg seien, testete ich mit Nein.
Das heisst, auch wenn ich dachte, das Geschehen ist neutral, irgendwo in mir waren noch Pus versteckt. Zwei PU’s wurden durch den Muskeltest ausgetestet.
Es kamen dann tatsächlich noch Aspekte hoch, in Verbindung mit dem Aussprechen der Pus, die mir bis dahin noch nie in diesem Zusammenhang aufgefallen waren.
Für jeden Aspekt klopften wir jeweils wieder drei Runden. Weil ich immer irgendeinen Widerstand in mir spürte.
Zum Schluß lösten wir noch die PU’s auf und testeten erneut.
Der Muskeltest ergab, dass es keine Aspekte mehr zu dem Thema gab, alle PU’s weg waren und auf die alles entscheidende Frage: „Ist noch was von der Angst da?“ ergab der Test ein klares NEIN!

Damit konnte ich im ersten Moment nicht wirklich was anfangen. Einfach, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Angst wirklich weg sein könnte.
Nach drei Runden Klopfakupressur mit „Auch wenn ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dass die Angst wirklich weg ist“ war zumindest das negative Gefühl dazu weg.
Ich fühle mich ungewöhnlich leicht, fast schon befreit, aber immer noch weit weg davon, wirklich überzeugt zu sein, dass die Angst weg ist.

Und ich kann bis heute nicht sagen, ob sie es wirklich ist! Ich hatte ein Erlebnis, eine leichte Konfrontation mit einem Angstauslöser, und reagierte überhaupt nicht darauf. Kein Stich im Magen, kein Schweißausbruch, kein einziges Angstsymptom.
Allerdings war die Konfrontation wie gesagt eher „leichter Natur“.
Trotzdem hat mich das Ausbleiben sämtlicher Symptome ziemlich erstaunt. Aber zu einem weiteren „Test“ konnte ich mich freiwillig noch nicht durchringen. Obwohl ich schon neugierig bin, was denn nun ist mit der Angst.
Aber vielleicht braucht das alles einfach seine Zeit, es wird schon alles so auf mich zukommen, wie es richtig ist für mich. Ich muss einfach Geduld haben, in erster Linie mit mir selbst. Diese Neugierde auf das, was kommen kann, kommen könnte, ist völlig neu für mich!!
Ich hab bisher ALLES vermieden , was nur im entferntesten damit zu tun haben könnte.
Und jetzt Neugier?
Aber es war eine tolle Erfahrung für mich, dieses Thema in der Gruppe zu bearbeiten. Und in Verbindung mit dem Muskeltest auch sehr effektiv. Ich glaube, ich kann heute noch gar nicht überblicken, was das alles gelöst hat in mir. Das wird mir alles erst so nach und nach bewußt. Aber ich bin gespannt, was sich da noch alles für Möglichkeiten eröffnen für mich, auch, wenn das alles schon fast einen Monat her ist, die Wirkung ist noch lange nicht verflogen!

Danke an alle, die dabei waren und so viel Geduld mit mir hatten!

Dorothee Dick